Steckbrief

Zwergschwan
Adulter Zwergschwan - © NABU / Lisa Vergin

Zwergschwan (dt.)
Bewick’s Swan (engl.)
Kleine Zwaan (niederl.)
Pibesvane (dän.)
Cygnus columbianus bewickii (wiss.)

Kleinster Schwan in Europa, weißes Gefieder, schwarz-gelbe Schnabelfärbung, mit deutlichen Schwarzanteil über dem Nasenloch

Körperlange: 115-127 cm, Durchschnittsgewicht: 6 kg

Ca. 10 Jahre, brüten im Alter von 3-4 Jahren

Nordwest-europäische Population: ca. 18.000 Individuen (Trend abnehmend)

  • auf der Roten Liste der Vögel Europas als „gefährdet“ eingestuft
  • gelistet im Anhang 1 der EU-Vogelschutzrichtline als besonders schützenswerte Art

Um für eine Vogelart als international wichtiges Land zu gelten, sollte mind. 1 % der Gesamtpopulation dort vorkommen, für unsere Zwergschwäne wären das also mindestens 1.800 Individuen. Da ca. 50 % der nordwest-europäischen Population hier rasten, ist Deutschland von besonderer Bedeutung für Zwergschwäne.

Zwergschwan im Jahresverlauf - © NABU / Cassandra Voigt
Zwergschwäne im Jahresverlauf - © NABU / Cassandra Voigt

Russische Tundra bis westlich des Uralgebirges

Bebrütung: Mitte Mai – Mitte Juli
Jungvogelaufzucht: Mitte Juli – September

Grafik © NABU / Cassandra Voigt

3-5 Eier

Verbreitungskarte Zwergschwan
Verbreitungskarte Zwergschwan - © NABU / Frauke Mohrwinkel

Herbstzug: ca. Oktober – Mitte November
Überwinterung: ca. Mitte November – Februar
Frühjahrszug: ca. März – Mai

Grafik © NABU / Cassandra Voigt

Vom Brutgebiet über das Weiße Meer in Richtung Ostsee, entlang von Estland und Lettland Richtung Deutschland, ggf. von dort aus weiter in andere Wintergebiete.

Deutschland, Niederlande, Großbritannien, Dänemark, Belgien, Frankreich

Rastzahlen in Deutschland: ca. 9.000 Individuen (vor allem in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern)

Familien ziehen gemeinsam ins Überwinterungsgebiet und bleiben den Winter über zusammen. Der Nachwuchs vom letzten Jahr schließt sich seinen Eltern im Wintergebiet häufig wieder an. Ältere Individuen ohne Nachwuchs ziehen zusammen mit ihren Partnern. Gelegentlich finden sich auch ältere und partnerlose Geschwister im Wintergebiet zusammen.

Grafik © NABU / Cassandra Voigt

Bis Mitte Januar halten sich Zwergschwäne vermehrt auf Ackerflächen auf. Hier wird vor allem kohlenhydrathaltige Nahrung wie z.B. Mais gesucht, die schnell Energie liefern kann. Ab Februar werden dann im (Feucht-)Grünland besonders proteinhaltige Gräser gefressen, die wichtige Reserven für die Flugmuskulatur und das Brutgesehen (z.B. für die Eiproduktion) liefern. Nachts nutzen Zwergschwäne ruhige Gewässer, auf denen sie vor Feinden geschützt sind.