So langsam machen sich auch die letzten Zwergschwäne auf den Weg in die Brutgebiete: Während bei der vorletzten Synchronzählung am 21. März noch 2900 Individuen in Schleswig-Holstein gezählt wurden, waren es eine Woche später nur rund 340 Individuen.
Auch die letzten Senderschwäne sind inzwischen weitergezogen: Zunächst hatten wir Beek (057T) im Blick, der unerwartet lange (bis zum 10.3.) in den Feuchtgebieten ums englische Welney herum verweilte. Dann folgte er jedoch seinen Artgenossen und verbrachte die nächsten zwei Wochen (11.-25.3.) ganz in der Nähe unseres Instituts in der Sorgeniederung. Dabei wurde er u.a. gemeinsam mit dem adulten Zwergschwan 088T gesichtet: Beide wurden am 9. Januar 2025 im Emsland gefangen, Beek war damals ein Jungtier im zweiten Kalenderjahr (wird diesen Sommer also zwei Jahre alt). Da beide Tiere nach dem Fang über einen längeren Zeitraum wiederholt gemeinsam beobachtet wurden, gehen wir davon aus, dass 088T die Mutter von Beek ist (ihr Geschlecht wurde genetisch bestätigt).
Die Wege der beiden trennten sich 2025 aus unbekannten Gründen auf dem Zug ins Brutgebiet: Während 088T zügig nach Schleswig-Holstein zog, blieb 057T bei Cloppenburg hängen und zog später ins Elbe-Weser-Dreieck. Umso erfreulicher, dass beide nun wieder gemeinsam beobachtet werden konnten.
Als letzte ist nun auch unsere vollständig beringte/besenderte Familie abgezogen: Die Eltern Carlotta/311T und 196T (Ring) waren am 11.12.2025 gemeinsam mit ihren drei Jungvögeln beringt/besendert worden: Michaela/060T, Rina/313T und 193T (Ring). Die Familie hat den Winter in den Niederlanden und dem Emsland verbracht, gefolgt von einem einmonatigen Aufenthalt im Elbe Weser-Dreieck. Seit dem 25. März hielt die Familie als letzte Senderschwäne in der Haaler Au die Stellung. Letzte Nacht sind die fünf jedoch losgeflogen und meldeten ihre letzte Position heute Morgen aus der Nähe von Fehmarn.
Alle anderen Senderschwäne sind bereits im Baltikum angekommen: 33 Schwäne sind in Estland, sechs in Lettland, fünf in Litauen und einer in Belarus. Dort sammeln sie nun Kräfte für den Weiterflug ins Brutgebiet.
Wir wünschen ihnen eine gute Reise, eine hoffentlich erfolgreichere Brutsaison als die letzten Jahre und zahlreiche Wiederkehr!
Hinweis: Aus technischen Gründen werden auf der Senderschwankarte derzeit von den Schwänen aus dem NIOO-Projekt (weiße Sender, auf E endend) Standorte mit einer Verzögerung von etwa zwei Wochen angezeigt. Wir hoffen, dass die Übertragung bald aktualisiert wird.


Vielen Dank. Gestern habe ich nahe Cloppenburg auf einer Wiese einen einzelnen adulten Singschwan entdeckt, sehr vital. Wohl ein Nachzügler auf dem Zug.